• monaruehrup

AI for NUI!

Aktualisiert: 16. Mai 2019

Oder wie können wir uns mit unseren Computern unterhalten?



Ein kleiner Ausflug in die Evolution der Kommunikation mit unseren Computern!


AI für NUI heißt Artifical Inteligence for Natural User Interface. Klingt erstmal kompliziert, aber ich versuche es einfach zu erklären. Ein User Interface ist eine Benutzerschnittstelle mit der ein Mensch mit einer Maschine in Kontakt tritt. Also eine Schnittstelle, über die eine Person eine Software oder Hardware kontrollieren kann. Im Idealfall ist sie benutzerfreundlich, so dass die Interaktion auf natürliche und intuitive Weise geschehen kann.

Nur Zeichen!


Die ersten Schnittstellen waren extrem rigide Systeme und nur für Spezialisten bedienbar: Kommandozeilen- oder Zeichenorientierte Benutzerschnittstellen (Text User Interface) waren der Anfang.


Jetzt mit Maus, Zeiger & Fenster!


Einfacher wurde es erst ab Januar 1984, als Apple den Apple Macintosh auf den Markt brachte. Den ersten Mikrocomputer mit grafischer Benutzeroberfläche, der in größeren Stückzahlen produziert wurde.

Es war für die meisten Computerbenutzer etwas gänzlich neues, einen Zeiger mit der Maus zu bedienen, Menüleisten anklicken und Fenster hin und her schieben zu können. Die Nutzung war intuitiv, Tastaturkommandos musste sich niemand mehr merken, eine Kommandozeile existierte beim Macintosh nicht mehr.

Bildschirm des Macintosh



Und jetzt mit den Fingern - tippen, streichen und wischen!


Der nächste große Gamechanger kam im Jahr 2007 auf dem Markt -

das Iphone.

Das Bedienkonzept des Iphone mit seiner weitgehenden Steuerung über den Multi-Touch-Bildschirm und die damit verbundene Benutzerfreundlichkeit gilt als maßgeblich für den Erfolg des IPhones. Es hatte und hat auch wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung von Smartphones anderer Hersteller. Ein Multi-Touch-Screen (Bildschirm mit Mehrfingergestenerkennung) ist eine besondere berührungsempfindliche Oberfläche für die Eingabe von Daten mit Hilfe von Gesten wie wischen und tippen.

Das Apple Iphone - ist natürlich zu bedienen und hat die Erwartungen der Benutzer extrem gut getroffen.

Und jetzt redet er / sie mit mir!


Ein großer Schritt bei der Bedienung von Computern ist die Spracherkennung. Bereits im Jahr 1966 entwickelte der deutsch-amerikanische Programmierer Joseph Weizenbaum ein Computerprogramm namens Eliza: Die Software zeigte erstmals die Grundprinzipien der sprachlichen Kommunikation von Mensch und Computer.


Bis zum nächsten wichtigen Schritt dauerte es dann fast ein halbes Jahrhundert. Im Oktober 2011 erscheint Siri erstmals im iPhone. Siri ist eine Software von Apple, die der Erkennung und Verarbeitung von natürlich gesprochener Sprache dient und so die Funktionen einer persönlichen Assistentin erfüllen soll.

In den Jahren darauf ziehen praktisch alle großen IT-Rivalen mit eigenen Digital-Assistenten nach: Google Assistent im Jahr 2012, Cortana von Microsoft im Jahr 2014 und Amazon Alexa 2015.


Amazon Echo

Die Smarten Speaker und ihre Software!


Ein Smarter Speaker ist ein Lautsprecher der als sprachgesteuerter internetbasierter intelligenter persönlicher Assistent fungiert. Er greift auf diverse herstellereigene Dienste sowie Dienste von Drittanbietern zu. Jetzt erobert also mit der Sprachsteuerung die bisher natürlichste Steuerungsart die Technikwelt – ein Voice User Interface. Und immer mehr Alltagsgegenstände werden mit diesen Assistenten ausgestattet.

Vom Auto über Tablet, Telefon bis zu Hausgeräten.



Mithilfe der Skills kann sich der Nutzer von der Stimme des persönlichen Assistenten wie z. B. Alexa Nachrichten und Inhalte aus dem Web vorlesen, Musik und Hörbücher vom eigenen Amazon-Account oder Fremdanbietern, wie Spotify, spielen lassen und verbundene Haushaltsgeräte steuern. Durch die Anbindung der Shopping-Plattform, ist selbst das Einkaufen über den Assistenten möglich. Alexa lernt täglich und mit jeder Suchanfrage den individuellen Nutzer mehr kennen und verbessert so die Qualität der Antworten und die Aussprache.

Sprechen wird das Interface für die Kleinigkeiten des digitalen Alltags, und die kommunizierenden Computer-Assistenten so etwas wie ein universelles Betriebssystem. Die Schnittstelle der Zukunft ist das offene Ohr.




Wer sie besetzt, dem öffnet sich ein Weltmarkt. Während die Nutzer sich noch über die Ausbreitung dieser Funktion wundern, kämpfen die Digitalkonzerne längst um Dominanz auf diesem Gebiet.

Vor allem wenn man bedenkt, dass ca. jeder 10. Erdbewohner ein Analphabet ist und nicht lesen und schreiben kann.

Darum wird es bald auch nicht mehr abwegig erscheinen, mit Geräten zu sprechen und ernsthaft eine passende Antwort zu erwarten.


Autor:

Monika Rührup

Bildnachweise: Wix, Apple, Amazon, Eigen

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